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 Tschechoslowakische Wolfshunde     Malá Bosorka 

Der Tschechoslowakische

Wolfshund

 

Die Entstehung der Rasse

Der Tschechoslowakische Wolfshund ist eine seit Juni 1999 anerkannte FCI-Rasse. Das Ursprungs­land ist die Tschechoslowakei, der Garant für die Zucht seit dem Jahre 1993 die Slowakei.

Die Zucht begann zwischen 1950 und 1955 als wissenschaft­li­ches biologisches Experiment in der damaligen Tschechoslowakei durch die Kreuzung des Deut­schen Schäferhundes mit dem Karpatenwolf. Die Kreuzungs­produkte fanden einige sehr engagierte Freunde, die gezielt am Heraus­züchten der guten Arbeitseigenschaften eines Dienst­hundes mit der kör­per­lichen Gesundheit und Robustheit des Wolfes arbeiteten.
Im Jahr 1965, nach dem Ende des Experimentes, wurde ein Plan für das Züchten dieser Rasse ausgearbeitet.

Nach einem erfolglosen Versuch von Ing. Bio­loge Karel Hartl im Jahr 1955, die Kar­paten­wölfin Brita mit einem Deutschen Schäfer­hund zu verpaaren, wurde der Versuch im März 1957 mit der gleichen Karpaten­wölfin wiederholt. Diesmal wurde ein anderer Deutscher Schäfer­hund, Cezar z Brezoveho haje, verwendet. Diese Verpaarung begrün­dete die erste Linie der Tschechoslowaki­schen Wolfs­hunde, die Welpen wurden am 28. Mai 1958 geworfen. Brita wurde noch einmal mit einem Deutschen Schäferhund, Kurt z Vaclavky, verpaart und die Nachkommen dieser Verpaarung bildeten die zweite Linie der Tschechoslowakischen Wolfshunde. Die dritte Linie entstand aus den Welpen von Wolf Argo und der Deutschen Schäferhündin Asta z SNB.

 Bis Ende des Jahres 1980 wurden in der damaligen Tschechoslowakei insgesamt 1864 Welpen aus verschiedenen Kreuzungsgraden geboren. Der nächste Schritt war dann die Registrierung. 1982 wurden die ersten 43 Welpen im Stammbuch in Prag eingetragen.

Die Selektion der Anfangsjahre war extrem hart und ist in solcher Form heute nicht mehr durchführbar. Sie hat uns jedoch eine solide Zuchtbasis an gesunden, wesensfesten Hunden hinterlassen.

Bereits in der zweiten Generation konnte nachgewiesenwerden, dass die Hybriden abgerichtet werden konnten, ausdrücklich hingewiesen wurde auf die höhere Ausdauer. Die äußeren Erscheinungsmerkmale des Wolfes blieben durch die Generationen erhalten.

Große Verdienste für die Rasse ha­ben sich in dieser Zeit besonders Ing. Karel Hartl und Major Frantisek Rosik erworben.

Da der Tschechoslowakische Wolfshund seit 1982 keine Einkreuzungen von Wölfen mehr erfahren hat und die Zucht sehr hart vor allem auf gute Arbeitseigenschaften und Gesundheit selektiert wurde, ist er heute nicht mehr mit Wolfshybriden zu vergleichen. Obwohl er sich viel an Körper­sprache des Wolfes und ursprünglichen Verhal­tensweisen erhalten hat, ist er ein guter Familien- und Arbeitshund geworden, der bei entspre­chen­­der Sozialisation und Erziehung auch in Familien mit kleinen Kindern kein Problem darstellt.


Allgemeine Informationen

Der Tschechoslowakische Wolfshund ist ein sehr temperamentvoller und aktiver Hund. Seine Sinne sind hochentwickelt, vor allem der Orientierungssinn. Er ist sehr lebendig und selbständig.

Seine Ausdauer ist in der Regel beeindruckend und übertrifft die der meisten anderen Rassen um volle 100 Prozent. Als Radbegleiter schafft der Tschechoslowakische Wolfshund leicht 100 Kilo­meter, wobei er nach dieser Leistung seine Kräfte um 50 Pro­­zent schneller regeneriert, als zum Bei­s­piel der Deutsche Schäferhund nach nur halber Arbeits­leistung.
Sein Geruchssinn ist ungewöhnlich gut, wodurch er sich nicht nur für die Fährtenarbeit, sondern auch als Rettungs- und Lawinenhund durchaus sehr eignet.Er ist ausgesprochen widerstands­fähig gegen jegliche Witterungsbedingungen, ausdau­ernd, kraftvoll, besitzt hervorragende Orientierungs­fähigkeit, ist gelehrig und reagiert schnell. Seine angeborenen Vorzüge, die sich in jeglichem Einsatz als Arbeitshund bemerkbar machen, lassen sich auch sportlich in der Form nutzen.

Seine psychische Reife erreicht der Tschechoslowakische Wolfshund im Alter von etwa drei Jahren.

Charakter und Wesen

Entgegen den vielfachen Vorurteilen ist ein wolfs­ähnlich scheues Verhalten bei dieser Rasse ab­solut unerwünscht und wurde von Anfang an in den Ursprungsländern durch Zuchtselektion be­kämpft. Der Tschechos­lowakische Wolfshund wurde als Diensthund gezüchtet und soll ein We­sen aufweisen, das ihn dazu befähigt.
Welpen sind normalerweise aufgeschlossen bis geradezu überschwänglich. Erwachsene Hunde verhalten sich zwar oft eher reserviert Fremden gegenüber, sollten aber keinesfalls ängstlich sein.

Der Tschechoslowakische Wolfshund betrachtet seine Familie als sein Rudel. Welchen Platz er darin einnimmt, sollten allerdings "seine" Menschen bestimmen. Am liebsten befindet er sich in Gesellschaft seines
Rudels. Das alleine bleiben fällt diesen Hunden schwer und muss – mehr noch als bei anderen Rassen – von klein auf konsequent trainiert werden.

Tschechoslowakische Wolfshunde brauchen kör­perliche und geistige Beschäftigung. Wenn Sie seine Bedürfnisse erfüllen und ihn körperlich und geistig fordern, so ist er ein sehr anpassungsfähiger Hund. Stets neugierig und unternehmungslustig, liebt er es, Sie in der freien Natur zu begleiten, egal ob es sich dabei um lange Wanderungen, Rad- oder Skitouren oder ähnliches handelt.

Ist er jedoch unterfordert und erhält zuwenig Auslauf, so ist er schnell
gelangweilt und kommt auf dumme Gedanken. Dann kann es passieren, dass er sich mit allen möglichen Unarten selber beschäftigt. Manche
können  bereits mit ei­nem halben Jahr alle Türen öffnen. Schubladen, Fensterverschlüsse und zwei Meter hohe Zäune stellen für die meisten keine unüberwindbaren Probleme dar. Es gibt Hunde dieser Rasse, die mühelos abgeschlossene Autoschiebetüren und gekippte Fenster mit heruntergelassenen Rollläden aufmachen.

Jeder, der entschlossen ist, einen solchen Hund in die Familie aufzunehmen, muss sich also darauf einstellen, in Zukunft einiges an Zeit in seinen Hund zu investieren. Mehr noch als bei anderen Rassen sollten Sie sich deshalb die Frage stellen: „Habe ich genug Zeit für meinen Hund, habe ich genug Energie, um ihn ausreichend zu beschäftigen und bin ich konse­quent und durchsetzungsfähig genug, um ihn zu erziehen?“ Dies sollte ein künftiger Besitzer bei der Auswahl deutlich berücksichti­gen.

Für Menschen aber, die bereit sind, sich der Herausforderung zu stellen und sich auf den Hund einzustellen, ist er ein unüber­trefflicher Begleithund.

Erziehung und Ausbildung

Als äußerst selbstständiger Hund benötigt er von Klein auf eine konsequente Erziehung und Grenzen. Kadavergehorsam sollte man von einem Tschechoslowakischen Wolfshund nicht erwarten, denn er besitzt nicht die fast selbstlose Unterwerfungsbereitschaft wie einige andere Hunderassen.

Als eine sehr ursprüngliche Rasse ist den Tschechoslowa­kischen Wolfshunden die Ranghierarchie sehr wichtig. Der Besitzer sollte sich darüber im Klaren sein, dass schon ein kleiner niedlicher Welpe jede Hand­lung „seines“ Menschen genau be­obachtet und bewertet. Er benötigt auch in diesem Alter bereits Erziehung und Grenzen.
Dies gilt natürlich für jede Hunderasse, Tschechoslowakische Wolfshunde sind jedoch sehr energievolle Hunde einer großen Rasse, die eine überdurchschnittli­che Intelligenz auf­weisen. Fehler in der Erziehung rächen sich in Zeiten von Hunde­ver­ordnungen be­sonders schnell!

Aufgrund seines weit überdurchschnittlichen Geruchssinnes und seiner extrem guten Körperkoordination können schon Welpen Situati­onen meistern und Hindernisse überwinden, die bei anderen Rassen auch für erwachsene Hunde unbezwingbar sind.

Was die Ausbildung angeht, stellt er höhere Anforderungen an seinen Ausbil­der. Stumpfer Drill liegt ihm nicht, denn er lang­weilt sich schnell. Für einen Besitzer oder Ausbil­der, den er nicht respektiert, arbeitet er nicht.

Da er das Problemlösungsverhalten des Wolfes erhalten hat, fallen ihm auch immer wieder neue Taktiken ein, um sich uner­wünsch­ten Situa­tionen zu entziehen. Stellt sich der Ausbilder je­doch auf seinen Charakter ein, ist er für alle Aufgabenbereiche eines modernen Ge­brauchshundes geeignet.

 

Hund und Kind

Der Tschechoslowakische Wolfshund verhält sich Kindern gegenüber bei entsprechender Sozialisation und Erziehungfreundlich. Diese haben dannbei ihm die gleiche Stellung wie Welpen und können sich – im Gegensatz zu Erwachsenen – oft viele Freiheiten herausnehmen.
Im Zusammenleben mit allen Hunden müssen allerdings auch Kinder gewisse Grundsätze befolgen. Kinder und Hunde sollten zusammen niemals unbeaufsichtigt sein. Vom Hund kann man nicht viel Respekt den Kindern gegenüber erwarten, er wird ihre Kommandos wenig beachten.

Andere Haustiere

Andere Haustiere kann der Tschechoslowakische Wolfshund mit entsprechender Erziehung akzeptieren. Jedoch gilt es, den unterschiedlich ausgeprägten Jagdinstinkt mit ins Kalkül zu ziehen. Die Chancen auf ein friedliches Miteinander sind umso größer, je jünger der einziehende Hund ist.

 

Aussehen

Der Tschechoslowakische Wolfshund ist ein großer Arbeitshund, schnell, leichtfüßig, frei und elegant in der Bewegung. Seine charakteristische Gangart ist fließend und anscheinend mühelos. Die Proportionen und die Form seinen Körpers spiegeln das grundlegend auvor sgewogene Verhältnis von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer wider.

Im Wesentlichen soll der Tschechos­­lowakische Wolfshund einem euro­päischen Wolf ähneln. Jede größere Ab­weichung von diesem Ideal wie zum Beispiel eine schlechte Oberlinie (ab­fallende Rückenlinie oder Kruppe, nach oben gebogener Rücken), zu kurze Beine, zu schwerer oder gedrungener Körperbau, Hängelefzen, fehlende Maske (die helle Zeichnung von Gesicht und Unterhals), dunkle Augen und große Ohren werden als Fehler gewertet und sind unerwünscht. Auch die Bewegun­gen des Wolfshundes sollen dem federnden, ökonomischen Wolfstrab gleichen, ein „Schieben“ von hinten oder ein uneleganter ausdrucksloser Gang gelten ebenfalls als Fehler.

Dies ist nicht durch ästhetische Vorlieben begründet, sondern dadurch, dass der Wolf von der Natur hart auf den optimalen Körperbau selektiert wurde. Die meisten Abweichungen von diesem „Bauplan“ können zu Pro­blemen führen, ganz besonders Abweichungen in Bezug auf den Körperbau und den Bewegungsablauf.

Kauf eines Hundes

Kaufen Sie ihren Hund nur bei einem der FCI angeschlossenen Züchter. Anders als bei manchen anderen Rassen wird von den FCI-Clubs dieser Rasse vor allem Wert auf ein gutes Wesen und körperliche Gesundheit gelegt. Bei Züchtern, die außerhalb des FCI züchten, ist das nicht garantiert. VDH-Züchter werden regelmäßig kontrolliert und müssen ihre Hunde Gesundheitskontrollen auf genetische Krankheiten unterwerfen. Jeder Züchter, der Wert auf eine gute Zucht legt, wird Ihnen Auskunft über das Wesen und
die Gesundheit seiner bisher gezüchteten Hunde geben können. Fragen Sie nach!

Achten Sie beim Besuch des Züchters auf gut soziali­sierte Welpen. Welpen und ältere Hunde dieser Rasse sollten keinesfalls scheu oder aggressiv sein. Lassen Sie sich nicht einreden, dies liege am Wolfs­erbe. Schuld ist in der Regel einzig und allein eine mangel­hafte Sozialisation des Welpen. Haben sie ein schlechtes Gefühl, besuchen Sie andere Züchter. Der Züchter in der Nähe ist nicht unbedingt der Beste!

Die Ursprungsländer der Rasse schreiben für Zucht­hunde auch heute noch eine Körung mit Wesenstest und einen 40km-Ausdauertest am Fahrrad vor. Es gibt auch in Deutschland genügend Züchter, die sich um die Erreichung dieser harten Kriterien für ihre Nachwuchszuchthunde bemühen. Da diese Zuchtauflagen für die Gesunderhaltung der Rasse sehr wichtig sind und bisher eine Häufung genetischer Erkrankungen verhindern konnten, wird daran gearbeitet, sie auch in Deutschland zur Zucht­zulassung vorzuschreiben. Bisher sind sie jedoch freiwillig und damit ein Anzeichen für ein besonderes Engagement des Züchters.

Für den Fall, dass Sie nach einem erwachsenen Hund Ausschau halten, kann Ihnen sicher am besten ein Zuchtverband weiterhelfen. Oft nehmen Züchter ihre Tiere, die sie als Welpen vermittelt haben, wieder zurück, wenn diese durch unglückliche Umstände abgegeben werden müssen.